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Archiv für die Kategorie ‘Reisebericht’

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Kitesurfen in Brasilien 1. September – 30. November 2006

30. November 2006 martin Keine Kommentare

Montag 28. August
letzte Vorbereitungen

So, nun haben wir wohl so ziemlich alles eingepackt…. doch halt, etwas fehlt noch!
Die vier neuen Buggy Reifen müssen auch noch irgendwie mit in den Flieger.. :-)
Wie der Zoll auf unsere Pakete reagieren wird, und über sonstige News werden wir Euch natürlich hier fortlaufend informieren.

Freitag 1. September 2006
Unglaubliches

Das Abenteuer begann schon am Check-In mit den Worten: “Sorry, wir akzeptieren keine Varig-Tickets…” Nach langen Verhandlungen mit der Reisegesellschaft und Umpacken unseres Gepäcks ging es mit einer Stunde Verspätung dann doch noch los Richtung Portugal.
Doch dies war erst der Anfang, wie wir später feststellen sollten. In Lissabon hatten wir ungeplante 13 Stunden Aufenthalt. Dafür gab es dann eine Stadtrundfahrt und ein feines Abendessen in einem 5-Sterne Hotel.

Samstag 2. September 2006
Die Strapazen haben ein Ende

Elf Stunden verspätet, trafen Tinu und ich in Fortaleza ein. Es war vier Uhr morgens aber zu unserem Erstaunen, stand der zuverlässige, brasilianische Fahrer George am Flughafenausgang und nahm uns in Empfang. Die 128kg Gepäck, welche in 28kg Pneu, 20kg Elektronik und 80kg Kitematerial und Kleinkram aufgeteilt werden konne, hatten wir in Null Komma Nix in George’s VW Passat verstaut und schon ging los, im Morgengrauen nach Canoa Quebrada. Ein paar Mal links und rechts abbiegen, und da waren wir auf der Hauptstrasse Richtung Süden. Canoa Quebrada liegt 120km südlich von Fortaleza. Um ca. 6.30 Uhr wurden wir in Canoa von Davide’s Familie herzlich empfangen. Noch bevor wir unsere Zimmer bezogen, setzten wir unsere Kiteboards zusammen. Kurz vor unseren Ferien wurden Tinu und ich stolze Besitzer von zwei neuen Underground Flx Boards (doppelt Konkave ;) ) Wir konnten es schon kaum abwarten, unsere Bretter zusammenzusetzen, wie sollten es dann möglich sein ruhig zu bleiben, bei den Gedanken an der für heute Nachmittag geplanten Kitesession? Nach dem Frühstück, richteten wir unser Zimmer ein, schauten eine DVD und dösten etwas. Am Mittag assen wir traditionell im “Lazy Day’s” einen feinen Teller Teigwaren. Danach ging’s endlich los. Wir trafen Dani, das ist der, der immer noch in Bern studiert und immer noch seine Semesterferien als Kitelehrer in Canoa verbringt, packten unser Kitematerial (nicht vergessen, die neuen Boards einzupacken) und fuhren an unseren Homespot bei der Flussmündung 12km nördlich von Canoa. Ein junges Pärchen aus Frankreich war mit von der Partie. Die zwei sind seit 4 Monaten in Brasilien und zaubern heute wunderschöne Tricks auf dem Wasser. Unsere erste Session war super. Zwar liessen es Martin und Simon etwas ruhiger angehen als die Anderen, aber es war ja auch unser erster Tag. An unseren neuen Underground Brettern hatten wir speziell Freude. Die laufen einfach wie geschmiert, auch gegen den Wind, und sind irre leicht. Prädikat: “Wer’s vermag, unbedingt kaufen!”

Ach ja, ich vergass ganz zu erwähnen: Der Wind ist auch dieses Jahr wieder sehr konstant vertreten. Martin und Simon fuhren 11 und 12 Quadratmeter. Das Wasser war etwas unruhig (Choppy), aber mit den Brettern von Underground war dies leicht zu meistern. An unserem ersten Tag fanden wir am Strand eine tote Riesenschildkröte und das Skelett eines Delphins, an welchem sich ein paar streunende Hunde vergingen.

Nach dieser Session waren alle Reisestrapazen vergessen und wir fingen an, uns der brasilianischen Gemütlichkeit hinzugeben. Zwar fallen wir durch unsere käsige Haut und die etwas unkonventionelle aber sonnendichte Kitebekleidung auf, doch schon in ein paar Tagen kann uns hier niemand mehr von den Brasilianern unterscheiden.

Sonntag 3. September 2006
Viel Neues in Canoa Quebrada

Da heute die Ebbe ihren Tiefststand sehr früh Morgens, und Abends erst nach dem Eindunkeln hat, verzichteten wir heute auf Kiten. Stattdessen liessen wir uns im Dorf blicken und deckten uns mit dem neusten Tratsch ein. Hauptsächlich sassen wir aber hinter unserern Laptops, schrieben Reiseberichte oder Nachrichten an unsere Liebsten, die wir leider zu Hause lassen mussten.

An dieser Stelle, ganz liebe Grüsse an Alle unsere Mitleser!!
Uns geht’s hier bestens!!

Montag 4. September 2006
Shopping in Aracati

Daniel’s Strandbuggy musste heute zum Mecanico im nahe gelegenen Aracati, eine Stadt mit ca. 60’000 Einwohnern. Hier findet man fast alles, was es in Canoa Quebrada nicht gibt. Zum Beispiel ein Spital, oder ein Doktor, oder mehr oder weniger fähige Mechaniker, Elektriker oder Batterienspezialisten. Zwar ist es eine fast alltägliche Routine, den Strandbuggy zum Mechaniker zu bringen, aber dieses Mal steckte wieder ein ganz grosser Wurm drin. Sollten wir zumindest annehmen. Zuerst wurde das Dach im Camouflage Style aufgepeppt, dann ging’s zum Batterieheini. Das Anlassen des Buggymotors machte seit längerem Probleme. Als die neue Batterie angeschlossen wurde und uns vom Chef stolz vorgeführt wurde, wie gut die neue Batterie geladen sei, funktionierte der Anlasser nicht mehr. Eben.. Buggystyle J Buggys sind VW Käfer Fahrgestelle und Mechanik, mit einem nicht rostenden Buggy Glasfaser Gehäuse darauf. Die hinteren Reifen sind genau diejenigen, welche wir aus der Schweiz importiert haben. Sie sind für dieses Gefährt überdimensional gross, bieten aber den Vorteil, im Sand nicht so schnell einzusinken. Nachdem ein zusätzlich herbeigerufener Elektriker einen Schaden an der Verkabelung des Zündschlosses behob, konnte die Karre wieder übers Zündschloss gestartet werden.
An diesem Tag assen wir ganz leckere Sachen. In Aracati verliefen wir uns in ein Buffet Restaurant. 3 Getränke und 3 volle Teller mit feinem essen kosteten 22 REAIS, das sind etwa 12 Franken, also 4 Franken pro Person. krass gell? Dies sollte aber am nächsten Tag noch unterboten werden. Abend assen wir mit Davides Familie, dem französischen Pärchen und Daniel in der Pizzeria Evoluzao feine italienische Pizzen. Die Pizzeria ist ein Dachloses Restaurant, Stühle und Tische stehen auf dem grünen Rasen und es läuft gemütliche, italienische Musik. Zum Dessert assen wir feine Maracuja- (Passionsfrucht) und Schoggikuchen in einer Bäckerei in der Hauptstrasse von Canoa.

Dienstag 5. September 2006
Flachwasser

Bereits gestern wollten wir frühmorgens Kiten gehen. Die Ebbe ist momentan irgendwo bei 8.00 Uhr. Wir sind insofern von der Ebbe abhängig, da wir zu unserem Homespot fahren müssen. Gefahren wird mit den Strandbuggys dem Strand entlang. Wenn das Wasser zu hoch ist, oder der Sand noch zu feucht, ist die Fahrt zur Flussmündung entweder unmöglich oder unwirtschaftlich, da es sich im nassen Sand nur teuer fahren lässt. Ideal ist also, 2 bis 3 Stunden vor und nach der Ebbe bei der Flussmündung zu sein. Ausserdem herrscht bei niedrigem Wasserstand flaches Wasser, auf welchem wir uns besonders gerne tummeln.
Leider wurde gestern nichts mit Kiten, da es am Morgen regnete. Regnen bedeutet hier etwa das folgende. “In die Dusche stehen, 20 Rappen einwerfen, und dafür 30 Sekunden Warm duschen” alles klar? Genau, Regen ist hier nicht genau dasselbe wie in der Schweiz. Allerdings macht auch hier der Regen den Wind kaputt.
Heute hatten wir aber einen wunderschönen, klaren Morgen, und so fuhren wir bereits um 7.30 richtung Flussmündung. Dort fanden wir unseren alt gewöhnten Homespot mit wunderschönem, ruhigem Wasser vor.
Leider fing der Wind recht früh an zu schwächeln, und mit unseren 12qm und 11qm Schirmen verloren wir an Höhe und mussten zum Startpunkt zurücklaufen. Immerhin reichte die Zeit aber aus, um uns weiter an das neue Material zu gewöhnen. Simu übte sich an gesprungenen Transitions und gesprungenen Kantenwechsel, und Tinu cruiste gemütlich die gesamte Flussmündung ab. Tinu’s Best Yarga bieten ihm zusammen mit dem Underground FLX 128 eine menge Spass. Das Brett und der Kite laufen wunderbar Höhe. Auf dem Rückweg zur Pousada gingen wir, 5 hunrige Kiter in ein Restaurant, welches 3 Menüs zur Auswahl stellt. Fisch, Kalb oder Poulet :) Serviert wurde das Fleisch zusammen mit Reis, Spaghetti, Salat, Bohnen und fritiertem Manjok Mehl (Muss noch herausfinden, wie das genau heisst und wie man das richtig schreibt) Bezahlt haben wir dafür 30 REAIS, also ca. 16 Franken 3.20 pro Kiter :) … mmmmhhh.. war das fein

Mittwoch 6. September 2006
Splash City

Das Kiten viel heute etwas dürftig aus, da der Wind ziemlich früh zu schwächeln anfing. Leider hatten wir keine grossen Kites oder Boards dabei, um auch bei diesen Verhältnissen auf dem Wasser zu spielen. Trotzdem konnten wir alle einen guten Augenblick auf dem Meer beim Kiten verbringen.
Viel lustiger war da das Nachmittagsprogramm. Die Familie Odifredi (Davides Familie) wurde von Simon mit dem Warmwasserschlauch geduscht. Wer sonst noch zu nahe am Pool sass, bekam auch eine geballte Ladung ab.
Ausserdem brachte uns ein Fischer (sein Name war nicht Fritz), frischen Fisch vorbei, welchen wir bei einem feinen BBQ am Abend verspeisten.

Donnerstag 7. September 2006
Paragliden auf der Düne

Auch heute war der Wind etwas launisch. Zwar hatten wir heute die grossen Tücher dabei, konnten aber, aufgrund der starken Flut, nicht mehr Höhe laufen. Tinu musste auf der etwa 400 Meter entfernten Sandbank notlanden, und wurde dann durch eine spektakuläre Rettungsaktion von Dani wieder heil an den Strand zurückgebracht. Die beiden waren ziemlich ausser Atem. Nicht zu unterschätzen diese Strömung, dagegen ist die Strömung der Aare fast ein Kinderspiel.
Wir machten frühzeitig einen Rückzieher und begaben uns auf die Dünen, welche hinter unserem Kitespot liegen. Daniel wollte mit seinem Gleitschirm Soaren. So nennt man das glaub, wenn man nur mit dem Wind und dem Gleitschirm fliegen geht. Man braucht also keinen Berg, von dem man startet. Hmm.. jemand anderes könnte das bestimmt besser erklären.
Nachdem die Düne abfotografiert und der Gleitschirm ausgelegt war, wollte Dani seinen Flug antreten. Allerdings war der Wind so stark, das der Gleitschirm nur unter Einsatz von 3 Mannstärken gebremst werden konnte und die Übung wurde abgebrochen. Irgendwie wollte das nicht unser Tag sein.

Freitag 8. September 2006
Kitesession

Heute sollte mal wieder Alles stimmen. Wind war da, unsere grossen Tücher und Boards kamen mit an den Strand, und die Lust nach neuen Kitemoves war auch mit dabei. Nach einer Stunde auf dem Wasser wurde der Wind stärker. Wir wechselten unsere Spleene Flydoor und den Fanatic Easy Rider gegen unsere Undergroung FLX aus. Simu war der Wind für den 16qm Kite aber immer noch zu stark uns er wollte am Land den Kiten gegen den 12qm wechseln. Irgendwie hatte er aber seinen Kopf nicht ganz bei der Sache und produzierte beinahe einen Hooked-Into-Beachbuggy. Denkt daran, wenn Ihr den Kite selber landen wollt, einfach den Chickenloop lösen und die fünfte Leine kümmert sich um den Rest. Ausserdem, solche Übungen nur machen, wenn grossen Gegenstände in Luv stehen, und nicht in Lee. Uff, das hätte ins Auge gehen können “Man stellt auch keine Strandbuggys auf den Strand”
Canoa Quebrada erlebt in diesen Tagen so eine Art Hochsaison. Donnerstag und Freitag sind in dieser Woche ein Feiertag. Was gefeiert wird, ist uns bis heute leider unklar. Jedenfalls sind auffällig viele reiche Brasilianer aus den umliegenden Grossstädten in Canoa eingetroffen. Zusätzlich findet in diesen Tagen ein Movie-Event statt, welcher zusätzlich Prominenz anzieht. Ausnahmsweise stehen sogar Polizisten in Canoa, welche versuchen, ein Verkehrschaos zu vermeiden. Einer dieser Touristen interessiert sich fürs Kitesurfen. Der Typ, ein Holländer der 112Kg schwer ist, hat bereits Erfahrungen im Lenken von Drachen und Kites, möchte aber seine Surfskills verbessern. Wer wäre da besser für die Unterrichtung geeignet, als unser Kitesurflehrer Danieu? Der holländische Bulldozer machte schon nach kurzer Zeit ein gutes Bild beim Versuch, seinen Körperschwerpunkt über das Brett zu bringen.
Zurück in Canoa assen wir wieder feines Beef für SFr. 5.– pro Person in der Cantina und zum Abschluss verdrückten wir ein leckeres Stück Kuchen an der Flaniermeile von Canoa. Wir amüsierten uns köstlich, die brasilianischen Grossstadttouristen zu beobachten und über sie abzulästern.

Samstag 9. September 2006
Camarao

Heute Abend gingen wir mit Davide’s Familie in ein Restaurant bei Aracati, welches auf Crevetten Gerichte spezialisiert ist. Abgerechnet wird pro Kilo. In der Umgebung von Canoa Quebrada gibt es unzählige Crevettenzuchten. Die Züchter kaufen das Land, schütten Erdwälle rund um den sandigen Boden auf, füllen das Feld mit Wasser und züchten Shrimps darin. Selbstverständlich werden tolle chemische Substanzen zum Wasser hinzugefügt, dass die Dinger schnell gross werden. Dass dadurch Grundwasser- oder andere Umweltschäden entstehen könnten, scheint hier nicht so zu interessieren. Die Felder sind riesengross. Würde man 2 oder 3 solcher stehtiefer Tümpel zusammenschliessen, könnte man ideal darauf kiten. Wow, stellt euch mal vor. Man bräuchte dann nur noch Scheinwerfer neben den Feldern aufzustellen und schon könnte man täglich 24 Stunden Kiten.
Die Hin- und Rückfahrt mit den Strandbuggys gestaltete sich ziemlich abenteuerlich. Davide’s Rücklichter funktionieren nicht und bei Dani konnte sich die Lichtmaschine nicht richtig entscheiden, ob sie nun funktionieren solle oder nicht. So fuhr Dani dicht hinter Davide, um in der frühen, dunklen, brasilianischen Nacht, von Hinten und Vorne für den Verkehr sichtbar zu sein.
Der letzte Kilometer zum Restaurant verlief über einen grossen Wall, welcher mehrere aneinander gegliederte Shrimpbecken trennte. Der Pfad war sehr holperig und unbeleuchtet. Auf der Rückfahrt erlaubten wir uns einen bösen Scherz. Wir (Dani, Tinu und Simu) fuhren über den Wall voraus. Durch die schlechte Fahrbedingung, gewannen wir ziemlich schnell Abstand zu Davide’s Gespann. Als wir seine Frontlichter nur noch im Rückspiegel sehen konnten, schalteten wir unsere Lichter aus und versteckten unseren Wagen auf einem Seitenweg, welcher von dem Wallweg abzweigte. Der Vollmond beleuchtete die Nacht, trotzdem war es zu dunkel, um uns hinter den Gebüschen, hinter welchen wir uns versteckten, zu entdecken. Da kauerten wir also hintern den ausgetrockneten Büschen neben dem Wall und warteten darauf, dass Davide mit seiner Familie und den Franzosen im Gepäck an uns vorbeifuhren, um genau in dem Augenblick, in welchem sie auf unserer Höhe waren, laut schreiend aus unserem Versteck herauszuspringen. Der Buggy näherte sich, ich zählte das Kommando ab. “eins, zwei, drei”. Uuuuuuaaaaaaaahhhhhhhhhhhh!!!!!!
Die Reaktion kam sofort. Raphael der Franzose schrie wie am Spiess und Davide drückte schlagartig auf das Gaspedal um sich vor diesen wilden Tieren aus Bern aus dem Staub zu machen. Wir hielten uns die Bäuche vor Lachen.
Zurück in Canoa Quebrada mischten wir uns unters Volk, um noch einen “Schlummi” zu trinken. Wir setzten auf die erhöhte Veranda eines Restaurants mitten am Broadway (so heisst hier die Hauptstrasse) und beobachteten die Leute. Canoa Quebrada platzt vor lauter Touristen momentan fast aus den Nähten. Wir sind alle froh, dass diese Leute am Sonntag alle wieder abreisen werden und es hier wieder gemütlich und ruhig wird.

Sontag 10. September 2006
French-less

Um 13Uhr werden heute unsere französischen Freunde abreisen, und somit ihre 4 monatigen Kiteferien beenden. Aber eben, alles hat mal ein Ende (….aber daran wollen wir jetzt noch nicht denken). Jedenfalls verabschiedeten wir uns nach dem Morgenessen um sogleich unser Kitestuff zu packen und an die Flussmündung zu fahren. Heute war Kiten mit viel Wind angesagt. Schirme in den Grössen von 9 bis 12 Quadratmeter waren angesagt. Auch die Lagune war nicht mehr so ruhig wie sonst. Naja, für eine ausgedehnte coole Session reichte es allemal.

Montag 11. September 2006
Beach für uns alleine

Wie bereits am Vortag, war der Wind heute sehr stark. Tinu (68kg) fuhr 9qm, Dani (78kg) 11qm und Simu(82kg) 12qm. Schon krass, dass wir uns diesen Spot zu dritt teilen müssen. Kommt mir manchmal etwas überlaufen vor. Trotztdem hatten wir eine menge Spass auf dem Wasser. Den Nachmittag verbrachten wir auf Daniels Veranda mit feinen Teigwaren, Kaffee und Kuchen und Internetanschluss. Am Abend lief X-Man 3 auf unserem TV.

Dienstag 12. September 2006
Choppy

Dass der etwas stärkere Wind heute wohl anhalten würde, hatten wir schon heute früh am Morgen gesehen. Wenn wir bei uns auf der Terrasse stehen, sind die Palmen unten am Beach ein sehr guter Windindikator. Also haben wir nach dem Zmörgele so ziemlich alles was wir an Material dabei haben, auf die Buggys gepackt. Schlussendlich konnten wir mit unserem 11er und 12er über die Lagune donnern. Heute war es aber besonders anstrengend, denn es galt Böen auszugleichen und die Wellen waren auch nicht ohne.
Allerdings wurde es doch noch lustig am Beach, denn heute haben wir vier holländische Kiter an die Flussmündung chauffiert. War schon gut zu wissen, dass wir auf der IKO Skala bereits ein oder zwei Levels weiter sind. :-)
Der Hammer kam aber dann später, als wir unser Material schon wieder am zusammempacken waren. Ein Buggyero brachte ein mexikanisches Pärchen mit einem Affenzahn zu uns an den Beach. Zum Glück hatten wir fast nix mehr im Sand liegen, sonst hätten wir ihn wohl gleich gelyncht.
Als wir dann sahen, dass der Mexikaner einen Kite aus dem Buggy packt und ihn von seinem Fahrer aufbauen liess, waren wir doch froh, dass wir in deren Luv standen. Seinen Schirm beherrschte er erstaunlicherweise aber dann doch. Ach ja, habt ihr schon mal einen Kiter mit Camelbag gesehen?
->Heute haben wir neue Fotos hochgeladen!

Mittwoch 13. September 2006
BBQ

Wer hätte das gedacht, die Flussmündung war heute wieder fest in unserer Hand. Darum störte es uns auch nicht, dass die Holländer auch wieder mit dabei waren. Der Wind war heute etwas sanfter, weshalb wir unsere grösseren Kites in den Zenit lenkten. Allerdings reichte es leider nicht für mehr, als ein wenig in der Flussmündung herumzugurken. Später veranstalteten wir dann einmal mehr ein BBQ im Garten “unserer” Pousada, wozu auch unsere holländischen Kitesurf-Kollegen eingeladen waren. Dank dem feinen Maracuja-Caiprinha hatten wir einen sehr lustigen Abend.

Donnerstag 14. September 2006
Böen

Dies wahr wohl bis jetzt der Tag mit den schlechtesten Bedingungen zum Kiten. Zum einen lag es wohl auch daran, dass die Ebbe nicht sonderlich weit zurück ging. Dadurch kamen ziemliche Wellen in die Lagune und es war sehr choppy. Ausserdem war es sehr böig für brasilianische Verhältnisse. Naja, traurig waren wir trotzdem nicht. Morgen ist ja auch noch ein Tag. Ausserdem verbrachten wir trotz den schlechten Bedingungen 2 Stunden auf dem Wasser.

Freitag 15. September 2006
nichts tun

Viel zu erzählen gibt es heute nicht, darum fassen wir uns kurz. Wir haben ein paar schöne Landschaftsfotos geschossen, haben die Sonne genossen und und uns vom Kitesurf Stress erholt. Also, tschüss und bis morgen.

Samstag 16. September 2006
Regenwetter

Schon heute früh beim aufstehen war uns klar, dass wir heute nicht an den Beach fahren würden. Der ganze Himmel war mit dunklen Wolken verhangen. Und wirklich, keine halbe Stunde später fing es an zu regnen. War aber kein Problem für uns, wir haben ja unsere “Media-Box” mit dabei. Dies ist ein kleines Gerät, auf welches man viele Filme, MP3, usw kopieren kann. Sehr praktisch, dass es sich an jeden TV anschliessen lässt. So versüsste es uns schon zahlreiche Stunden, vor allem Abends vor dem einschlafen.

Sonntag 17. bis Mittwoch 20. September 2006
Jericoacoara

312 km nördlich von Fortaleza liegt, laut “Washington-Post” einer der 10 schönsten Strände der Welt mit dem indianischen Namen Jericoacoara (wo die Krokodile schlafen).

Als Davide vor einigen Jahren beschloss, nach Brasilien auszuwandern, verbrachte er die ersten paar Monaten nach seiner Ankunft in Südamerika in der Nähe einer Pousada in Jijoca, nahe Jericoacoara. Die Besitzer der Pousada do Paolo wurden seine Freunde und so kam es, dass wir zu einem Besuch nach Jericoacoara fuhren.
Frühmorgens brachte wurde uns der Mietwagen in Canoa Quebrada übergeben, mit welchem wir anschliessend die lange Fahrt nach Jeri in Angriff nahmen. Ein VW Gol (die heissen hier so) 1.0 Liter.. Ui, das sollte eine beschwerliche Fahrt werden mit diesem Minimotor. Immerhin hatte der Wagen eine Klimaanlage integriert. Mit Davide’s Familie fuhren Martin und ich um 9:00 Uhr von Canoa ab. Zuerst 160km nach Fortaleza und dann weitere 340km nach Jericoacoara. Etwas später fanden wir heraus, dass der Wagen trotz schwachem Motor 140km/h erreichen konnte, trotz Holperpiste.
Kurz vor Fortaleza hielten wir in einem Restaurant an, um uns zu verpflegen. Hier gibt es unzählige Maniok Menüs. Maniok ist eine Wurzel, die zum erstaunen sonderbar gut schmeckt. Die Brasilianer schaffen es, verschiedene leckere Spezialitäten daraus herzuzaubern. Unter anderem Tapioka, eine Art kleiner Pfannkuchen. Diese können mit verschiedensten feinen Füllungen gegessen werden, oder roh. Am besten schmecken sie aber mit Banane, Kondensmilch und Zimt.
Nach unserem Verpflegungsstopp ging’s weiter Richtung Norden. Zuerst mussten wir aber die 2.5 Millionen Metropole Fortaleza durchqueren. Nicht gerade einfach, sich in diesem Verkehrschaos zurechtzufinden, aber irgendwie haben wir es trotzdem geschafft. Einfach die Playa de Iracema suchen und von dort aus ist es dann beschildert. Klingt leichter als es ist. Wir waren jedenfalls froh, als wir endlich die Beschilderung nach Cumbuco fanden, der wohl bekannteste Kitespot in Brasilien. Wer es gerne nahe bei Fortaleza hat, (Cumbuco ist knapp 30km von Fortaleza entfernt und gehört eigentlich noch zur Stadt) der soll mal diesen Spot checken. Uns ist es dort zu unschön und zu überbevölkert ?
Wir fahren also an Cumbuco vorbei, noch fast 300 Kilometer Richtung Norden. Die Fahrt verging relativ schnell. Die Strasse ist die Touristenstrasse welche der gesamten Küste von Ceara entlangführt. Deshalb ist sie wohl auch in so gutem Zustand. Die ausstehenden Kilometer vergingen jedenfalls wie im Fluge und Raphael, Davide’s zweijähriger Sohn, wurde auch nicht all zu strapazierend…
Müde von der Fahrt trafen wir in der Pousada do Paolo in Jijoca ein. Tinu und mir gefiel der Ort nicht. Die Pousada benötigt dringend etwas Renovations- und Aufräumarbeiten. Die Lagune vor der Pousada scheint langsam auszutrocknen. Unser Zimmer wurde von Ameisen und anderen Kriechtieren besiedelt. Aufgrund der grossen Hitze, schliefen wir nicht gut. Zudem wurden wir von Moskitos aufgefressen. Tinu und ich verliessen am nächsten Morgen die Pousada, um im etwa 10 Kilometer entfernten Jericoacoara eine Unterkunft zu suchen.
Auf der Ladefläche eines 4×4 Pickup fuhren wir für 5Real durch die Dünen vor Jeri. Ein schönes Bild und ein für uns ungewöhnliches Transportmittel. Jeri ist durch keine Zufahrtsstrasse erschlossen, es führt jediglich eine abenteuerliche Sandpiste hin. Nach etwa einer halben Stunde trafen wir in Jericoacoara ein. Hier wimmelt es von schönen Restaurants und Pousadas, so dass einem die Wahl schon fast schwierig fällt. Wir entschieden uns für eine Unterkunft direkt am Meer, und fanden eine für 100Real die Nacht (2 Personen). Verhältnismässig teuer, aber immerhin war das Zimmer mit einer Klimaanlage ausgerüstet und das Frühstück konnte sich auch sehen lassen.
Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, gingen wir den Strand anschauen. Hier wimmelt es von Kitesurf und Windsurfschulen. Kitesurfen bei diesem starken Wind? Wir lachten. Unser Lachen verstärkte sich als wir ein Schild lasen “Learn Kitesurfing in 3 Hours” Hier herschen regelmässig 6 bis 8 Windstärken. Zum Vergleich: in Canoa haben wir zwischen 3 bis 6bf. Der Wind bläst in Jeri schräg weg vom Land aufs offene Meer. Kitesurfen am Strand von Jeri selber, ist verboten wegen den vielen Windsurfern. Zu Fuss kann man einen Kitespot nördlich der grossen Düne finden. Eines Abends beobachteten wir zwei erfahrene Kiter, welche sich an diesem Spot vergnügten. Die Miniaturkites bewegten sich hektisch, wie nervöse Nasentücher, im starken Wind und die Kiter wurden in unvorstellbar hohen Geschwindigkeiten übers Wasser gerissen. Uh, das sieht aber gar nicht entspannt aus! Wenn die Kiter aber mal die dritte Dimension erreichten, dann hoben die ganz schön hoch ab. Respekt! Kitesurfen findet man sonst nur in der Lagune von Prea, ein paar Kilometer südlich von Jeri. Jeri gehört den Windsurfern und dem Clubo do Vento, ein genial organisierter Windsurfklub mit immer dem neusten Surfmaterial, Verpflegung, Massage und eine Beamer-Leinwand für abendliche Videoshows.
Wir verbrachten den Tag mit Relaxen in der Pousada und viel Fotografieren. Abends assen wir feines Picanha, leckeres brasilianisches Rindfleisch.
Am Mittwoch machten wir uns früh auf dem Heimweg Richtung Süden. Wir trafen uns mit Davide in Jijoca und fuhren dann mit dem Mietwagen nach Hause. Wir waren froh, als wir endlich wieder in Canoa ankamen. Das typisch brasilianische Flair fehlte uns in Jericoacoara. Die wunderschönen Dünen und der Sonnenuntergang machen Jeri aber sicher eine Reise wert. Oder man ist Windsurfer ;-)

Donnerstag 21. September 2006
Endlich wieder Kitesurfen

Fünf Tage ohne Kitesurfen liess uns schon langsam nervös werden. Deshalb wurde es höchste Zeit, endlich wiedermal ein Brett unter den Füssen spüren zu können. Wir brachen wir gleich nach dem Morgenessen auf um die frühe Ebbe auszunützen. Dabei war ebenfalls Daniels Kollege Fabian, welcher am Sonntag hier in Canoa ankam und die Zeit als wir in Jeri waren, nützte um Kitesurfen zu lernen. Und tatsächlich, die Materie hatte er schon recht gut im Griff. Respekt!
Irgendwie waren heute die Bedingungen besonders gut, anders kann ich mir nicht erklären wieso wir 5 Stunden auf dem Wasser waren. Nach dieser Session ging es dann jedenfalls direkt zur Churrasceria.
Da dieses Restaurant gleich am Ortseingang liegt, sahen wir unsere holländischen Freunde sofort, als sie wieder in Canoa einfuhren. Sie unternahmen die letzten Tage einen Trip Richtung Natal. Aber zum Kitesurfen gefiel ihnen Canoa ebenfalls am besten, weshalb sie sich für die nächsten paar Tage wieder uns anschliessen werden. Dies besiegelten wir gleich mit relativ viel Bier.

Freitag 22. September 2006
Perfekt

Gleiche Bedingungen wie gestern. Nur dass wir gestern wohl alle ein wenig viel Sonne und Kiteboarding abbekommen haben. Aber was solls, wir sind ja zum “arbeiten” und nicht für liegen-am-Pool-Ferien hier. Die Bedingungen konnten einmal mehr nicht besser sein. Dies merkte man auch an den raschen Erfolgen der Anfängern unter uns.
Daniels neuer Freund, die Hauskatze Harald (oder ist es eine Sie?) wollte wohl nicht alleine zuhause bleiben, weshalb sie auch gleich im Buggy mit an den Beach kam.

Samstag 23. September 2006
Endlich wieder BBQ

Heute hatten wir einmal mehr perfekte Bedingungen am Beach. So ist es wohl auch nicht verwunderlich, dass wir auf der Rückfahrt alle ziemlich erschöpft waren und uns auf das abendliche Grillieren freuten. Aber trotz Caiprinha mit Caju und Maracuja in rauen Mengen gingen wir dann doch um 11 Uhr schon ins Bett. Schliesslich geht es morgen wieder an den Beach.

Sonntag 24. September 2006
Leichtwind

Zum Glück haben wir uns heute auf jeden Wind vorbereitet und so ziemlich alles Material mit an den Beach genommen. Das hat sich gelohnt, denn der Wind war heute ziemlich schwach. Und so konnten wir mit 15 Quadratmeter Kite und einem Flydoor Board dann doch noch einige Runden ziehen.
Wer kein so grosses Brett dabei hatte, dem wurde aber trotzdem nicht langweilig. Am Beach hatten sich heute wieder grosse “Badewannen” (Wasser dass es nach der Flut nicht mehr ins Meer schaffte) mit sehr warmen Wasser gebildet. Für ein Plauderstündchen also genau das richtige. Nur das aussteigen war dann weniger angenehm, da die Umgebungstemperatur um einiges kühler schien, trotz über 30° und pralle Sonne.

Montag 25. September 2006
Kiten im Fluss

So krass wie der Titel vermuten lässt, war es dann aber doch nicht. Da der Wind im Flussmündungsdelta heute zwar wieder etwas stärker, aber trotzdem am unteren Limit war, bogen wir weiter auf den Fluss ein. Es war recht lustig, auf diesen ca. 200 Metern. Jedoch war auch da der Wind nicht optimal. Deshalb entschlossen wir uns, die Session abzubrechen um später am Beach von Canoa noch ein wenig die Wellen abzureiten. Mal etwas anderes, als immer nur Flachwasser zu fahren.
Jetzt sind bereits schon gut drei Wochen unserer Zeit hier in Brasilien durch, und es kommt mir vor, als wären wir erst gestern angekommen. Naja, eine Woche bleibt mir jetzt noch. Ich hoffe mal auf täglichen Wind.

Dienstag 26. September 2006
Langweilig?

Dieses Wort existiert hier in Canoa Quebrada wohl nicht. Denn auch heute hatten wir wieder ein “dicht gedrängtes Programm”. Oder anders gesagt, wir waren den ganzen Tag an der Flussmündung am kiten. Die Bedingungen waren heute besonders ideal. Simon hatte die Gelegenheit, einen Bowkite zu testen, nämlich den Waroo von Daniel. Dies war wohl ein Fehler…. denn es wollte ihn gleich nicht mehr aus den Händen geben. Trotzdem werde ich morgen wieder meinen gliebten Yarga in die Hände nehmen.

Mittwoch 27. September 2006
Pizza

Nach einem erneut anstrengenden Tag unten am Fluss, haben wir zwei Kolleginnen unserer Memberin “Windfee” hier in Canoa getroffen und auch gleich ein wenig ins Leben hier eingeführt. Später sind wir dann alle zusammen im Dorf zum Pizza essen gegangen.

Donnerstag 28. September 2006
Auswärts essen

Am Spot lief heute alles bestens. Es gab weder Verletzungen noch Materialverluste. Deshalb fassten wir den Beschluss, dies in der Churrasceria auf dem Weg zwischen Canoa Quebrada und Aracati mit einem feinen Essen zu feiern.
Für 10Reais (6SFr.) pro Person gab es Fleisch bis zum abwinken. Der Grillchef kam alle paar Minuten wieder mit einem neuen Spiess an, von dem er uns saftige Stücke verschiedenen Fleisches direkt auf das Teller schnitt. Ob wir uns wohl alle ein wenig Überessen haben?

Freitag 29. September 2006
Oasis

9 Kites standen heute am Himmel über der Flussmündung. Ich denke das ist schon fast Rekord verdächtig. Allerdings sind wir nicht wirklich scharf auf diesen Rekord. Ihr dürft also ruhig zu hause bleiben.
Nein nein, eigentlich ist es ja kein Problem, denn die Mündung sowie die Lagune vorne dran sind gross genug. Aber nach drei Wochen Kitesurfen ohne Zuschauer ist man schon ein wenig verwöhnt. Wir hatten aber dann trotzdem unseren Spass. Einige von uns übten neue Sprünge oder die gesprungene Wende. Natürlich gab es dazu auch eine Videoanalyse…. ev. werden wir diese hier später Veröffentlichen.
Auf dem Rückweg fuhren wir quer durch die Dünen, um bei der “Oasis” einen Zwischenhalt einzulegen. Bei Kokosmilch direkt aus der Nuss und Grillcheese liessen wir es gutgehen, bevor wir unsere Buggys wieder aus dem Sand ausbuddeln mussten, um zurück nach Canoa zu fahren. Zum Abschluss eines gelungenen Kite Tages war dies aber genau das richtige.

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Snowkite @ Silvaplana – 11. – 17. Februar 2006

17. Februar 2006 martin Keine Kommentare

Samstag 11. Februar 2006
Frühaufsteher

Unser letztes Kite Reisli ist nun schon ein halbes Jahr zurück. Da könnt ihr euch sicher gut vorstellen, dass wir schon den ersten Tag möglichst auskosten wollten. Uns so sind wir schon beim Morgengrauen in Bern losgefahren in östlicher Richtung…
Nach Znüni- und Shoppingpause sind wir dann gegen Mittag in Silvaplana beim Mister Kite angekommen. Leider wehte der Julier-Wind heute extrem böhig und war für uns “Nieten” fast nicht fahrbar. Ausserdem hab ich mi im Internet viel zu kurze Handels bestellt. Mein Kite war so fast nicht kontrollierbar. Zudem hat sich ausgerechnet auf der anderen Seite des Sees die Umlenkrolle am Trapez verabschiedet… glaubt mir, man kommt auch im gehen ins Schwitzen. Wir haben uns dann für die Alternative an der Bar entschieden.
Nachdem wir in St. Moritz unsere Wohnung bezogen, und dabei auch gleich den Pool im Keller eingeweiht haben, mussten wir selbstverständlich checken, wass das Nachtleben für uns zu bieten hat. Dank Jägermeister und einheimischer Hilfe hatten wir einen sehr lustigen Abend.
Sonntag 12. Februar 2006
White Turf

Da heute leider immer noch nicht mit idealem Wind zu rechnen war, machten wir uns gegen Mittag auf, das Pferderennen “WhiteTurf” auf dem St. Moritzer See zu besuchen. Da unsere Wohnung direkt am See liegt, wars ein lockere Spaziergang quer über den See. Trotz eisiger Temperaturen hatten wir unseren Spass. Man ist ja nicht jeden Tag in der Szene der “Reichen und Schönen”.
Nachtessen gabs dann beim Mexikaner in Silvaplana.
Montag 13. Februar 2006
Sunshine Snowkiting

Der Wetterbericht sagt erst für Mittwoch Südwestwind voraus. Ich hab mich dann aber doch auf den See gewagt und auch gleich meine neuen Handels testen können. Es reichte dann trotz den Böen und dem Schwächeln zwischendurch für einige Sessions.
Das einzige was ich an den momentanen Bedingungen auf dem Silvaplanasee bemängeln würde, sind die Schneeverhältnisse, denn der Schnee ist sehr hart und die Struktur hügelig. So ist es manchmal mit hohem Speed nicht gerade eifach, den Kurs zu halten.
Sorry, das richtige Bild vom Montag kommt Ende Woche….
Dienstag 14. Februar 2006
weniger Böen

Genau, heute waren die Bedingungen nochmals ein bisschen besser als gestern. Da es aber immer noch Nordwind war, leider immer noch mit Böen verbunden. Wenn wir Stefans Windvorhersagen vertrauen können, wirds morgen besser und der Wind dreht auf Südwest.
Mittwoch 15. Februar 2006
Maloja

Heute gab es tatsächlich Malojawind…allerdings auch Schneegestöber und schlechte Sicht. Die gute Laune liessen wir und aber nicht verderben und waren den ganzen Nachmittag am Kiten.
Donnerstag 16. Februar 2006
nochmals Vollgas

Freitag 17. Februar 2006
und Tschüss

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Kitesurfen in Brasilien 26. August – 23. September 2005

23. September 2005 martin Keine Kommentare

.. vor Freitag 26. August

Die letzten Vorbereitungen laufen.
Bald gehts los…

Der Kribbel-Faktor steigert sich mit jeder Minute. Hoffentlich vergessen wir nicht zuviel bei dem gezappel. Video- und Fotokamera haben wir im Gepäck und sind somit für das Kite-Reporting bereit…Raus aus dieser Kälte… brrrr

Freitag 26. August
Reise / Fortaleza

Pünktlich um 19 Uhr Ortszeit (5 Zeitzonen westlich verschoben zur Schweiz) sind wir in Fotaleza gelandet. Leider geht die Sonne am Äquator bereits um 18.00 schlafen. Trotz Jetlag machten wir an heute Abend noch bekanntschaft mit dem brasilianischen Nachtleben ;-) Adi hat uns super eingeführt. Vielen Dank!!!

Samstag 27. August 2005
Canoa Quebrada

Jetlag sei Dank. Wir verliessen bereits morgens um 7 Uhr das Haus und gingen die Strandpromenade von Fortaleza ab welche von Bars und Restaurant geziert ist. Wie vom Mittelmeerraum gewohnte Strandshops gibt es nicht, also müssen wir das erste Paar Havaianas einige Strassen weiter hinten einkaufen. Aufs Kiten können wir uns freuen, der Wind bläst bereits hier non stop. Anschliessend haben wir einen Opel Corsa gemietet und uns gleich danach von Adi, unserem Fortaleza Chef, verabschiedet. Wir wollten baldmöglichst zu unserem nöchsten Reiseziel, Canoa Quebrada, um endlich kiten zu gehen. Die brasilianischen Strassenschilder sind ziemlich komisch angeschrieben, wenn es sie überhaupt gibt. Nach etlichem Verfahren sind wir dann aber doch noch auf der richtigen Strasse gelandet. Davide, der Mann mit der schönsten Pousada in Canoa Quebrada, hat uns mit seiner Familie herzlich empfangen.

Sonntag 28. August 2005
erste Session

Heute sind wir mit Davide und seinem Buggy 12km auf dem Beach zu einem Flachwasser- Spot gefahren. Dies wird wohl unser Homespot hier. Wir waren 3 volle Stunden auf dem Wasser :)

Montag 29. August 2005
Flachwasser kiten

Da die Ebbe heute spät ansetzte, fuhren wir erst gegen 2 Uhr Mittags zum Kitespot. Der Wind war sehr konstant und wir fuhren mit 12 – 16er Kites. Schon wieder 3 Stunden auf dem Wasser.

Dienstag 30. August 2005
Fortaleza

Da wir in Canoa Quebrada kein Auto benötigen, fuhren wir zurück nach Fortaleza um den Mietwagen abzugeben. Unser Fahrer, der uns danach wieder nach Canoa fuhr, führte uns ins grösste Shopping Center in der Region (welches 24h geöffnet ist). Dort kauften wir einen Mixer damit wir uns jederzeit selbst unsere Fruchtdrinks mixen können :) . Zurück in Canoa reichte die Zeit sogar noch für eine dreistündige Kitesession.

Mittwoch 31. August 2005
Simons Knie

Heute waren wir bereits um 8Uhr morgens an unserem Spot. Die Ebbe hatte ihren maximalen Stand erreicht, wodurch das Wasser noch flacher war, einfach perfekt! Simon konnte sich nur schlecht zurückhalten und war als erster mit seinem 16er auf dem Wasser. Leider frischte der Wind plötzlich auf und nahm um mindestens 2 Windstärken zu. Simon hats verchuttet und sein Knie auch. Sein vor 6 Wochen gebrochenes Schlüsselbein, macht das Kiten problemlos mit. Bei diesem kamikaze mässigen Abflug hat er sich sein Knie verdreht und das Innenband schmerzt. Humpeln ist angesagt. Davide’s Frau verwöhnte ihn allerdings mit einer wohltuenden Massage. Heute für Simon nur 30 Minuten :( Kiten, aber Martin hat das Total auf 1.5 Stunden Kiten erhöht.

Donnerstag 1. September 2005
Oase

Um 9.00 Uhr kamen wir am Spot an. Das Meer stand auf Low Tide. Flachwasser so weit das Auge reicht. Fertig mit dem lächerlichen Bodydrag Richtung nicht Schokolade-Seite, denn auch Martin führt nun sicher in beide Richtungen und Simon kämpfte sich mit mini Neoprene Kniestütze durch das kühle Nass. Nach ca. 2.5 Stunden verliessen wir wieder mit einem breiten Grinsen den Spot, um in einer kleinen “Oase” mega speziellen Caipirina und Grill Cheese zu geniessen. Zu Hause profitierte David’s Nachwuchs Raphael von unserer guten Caipirina Laune und Gelassenheit. Heute war der Wind etwas unkonstant. Zuert Schwach, grad genügend für 16er, dann gut für 12er und danach wieder Wechsel zum 16er.

Freitag 2. September 2005
16er Session

Seltsam, heute waren wir um ca. 10.00 Uhr mit den 16ern am Start. Trotz dieses Schwachwindes verliessen wir erst nach 2.5 Stunden wieder das Wasser. Martin ist nun der King of the upwind runners und Simon leistete, aus Rücksicht auf das strapazierte Innenband, Kiting im Grossvater Stil, obschon ich hier nicht behaupten möchte, dass mein Grossvater bereits gekitet ist ;) Am Abend mal wieder Pirellizucht bei Grill-Cheese uns Bier beim östereichischen Mark. Hei, Österreicher haben das Gefühl, sie reden Hochdeutsch… hehehe die Schweizer wohl auch, odr?

Samstag 3. September 2005
Lazy Days

Leider keine Bildi vom Kiten, da jeder von uns 3 Stunden lang den sagenhaft stabilen Wind mit 12er Kites genoss, und auf dem spiegelglatten Wasser vor sich hercruiste. Zur Belohnung gabs Caipi und leckeren Fisch im Lazy Days. Bilanz nach 7 Tagen Kiten: Jeden Tag genug Wind für eine Session. Das macht mir etwas Angst – Ob unsere Kondition wohl für 4 Wochen ausreicht? :-)

Sonntag 4. September 2005
Sin City

Müssen wir eigentlich noch erwähnen, dass wir heute wieder guten Wind hatten? Schon wieder 3 Stunden auf dem Wasser. Auf der Rückfahrt vom Spot haben wir Daniel und Marc die Grill-cheese- und Caipi-Oase gezeigt. Abends waren wir bei Marc zu Bier und Video eingeladen. Sin City stand auf dem Program. Dies war ein gelungener Ausklang für einen solch tollen Tag. Nicht wahr Jungs?

Montag 5. September 2005
Elektroshock-720

Uff, wenn doch jeder Montag so sein könnte wie der heutige… bereits früh starteten wir wieder die 3 Stündige Kitesession auf unserem Homespot. Für den 12er Schirm wars zeitweise etwas knapp. Zum Glück hatten wir grössere Bretter im Gepäck, und konnten so das Ausharren am Beach vermeiden. Davide erlitt einen Materialaussetzer, bei seiner Leadingedge öffnete sich das Ventil während der Fahrt. Eine eher mittelmässig spektakuläre Rettungsaktion wurde durch einen, wie gewohnt nervösen Ragazzi-Kiter, dessen 720 Jumps uns als Elektroshock-720 in Erinnerung blieben :) , eingeleitet. Alles Verlief glimpflich. Zum Abschied von Marc gibts heute Abend wieder Grill-Cheese und BBQ.

Dienstag 6. September 2005
Forza Italia

Wie gewohnt cruisten wir um 9.00 bereits dem Strand entlang in Richtung Home-Spot. Der Wind war heute etwas stärker und mit unseren 12er waren wir sehr gut angepowert. Das Wasser war choppy, was Simon ausnutzte, um Switch oder Toe-Side zu testen und seine Jibes zu erweitern. Simons Flugphasen seien allerdings immer noch nicht höher als 1 Meter, teilte ihm Martin nach seiner Session mit. Naja, die Videoanalyse wirds genauer verdeutlichen. Mir kams allerdings vor, als würde ich mindestens in 5 Meter Höhe schweben :) Martin fuhr kurz meinen 12er North Vegas 05 und fand gefallen daran. Muss mich jetzt wohl beim Aufbauen immer etwas vor ihm in acht nehmen, da ich ansonsten plötzlich meinen heissgeliebten 12er vermisse, so wie heute nach der Heimfahrt… forza Italia.. ;-)

Mittwoch 7. September 2005
Einbrecher

Heute ist unser erster Unterbruch nach 10 Kitetagen. Dies hat allerdings eine Vorgeschichte: Daniel hatte vergangene Nachte Besuch eines Einbrechers, welcher ihm ein aufschürfendes Wettrennen lieferte. Beim Sprung über die Mauer hat er sich Dani die Zehen aufgerissen, wodurch das Kiten für ihn wohl mehrere Tage ausfallen wird. Wir organisierten spontan ein BBQ.

Donnerstag 8. September 2005
BBQ bei Davide

Heute war der Wind für unsere 12er Schirme am oberen Limit. Zum Glück hatten wir noch einen 9er Boxer dabei. Nur schade, war es heute ziemlich Choppy (wohl wegen dem stärkeren Wind). Allerdings waren die Chopps für den 9er und das Wipika Catman kein Grund, richtig fett Höhe zu laufen. Am Abend veranstalteten wir erneut ein spontanes Grillen mit Davide und Familie.

Freitag 9. September 2005
Windy Day

Der Wind war heute ähnlich stark wie gestern. Der Spot wieder Choppy. Simon fuhr wie gewohnt den 12er und konnte heute bereits etwas höher springen. Bei einer versuchten Rotation artete das Manöver in einen doppelten Kiteloop aus, was nicht ohne Schmerzen beendet wurde. Zuhause angekommen freuen wir uns auf frischen, leckeren Fisch bei Lazy Days.

Hier mal noch etwas Brosa:
Canoa Quebrada ist ein verschlafenes Hippie-Dörfchen in Nordosten von Brasilen im Bundesland Ceara. Die ungefähr 1500 Einwohner leben grösstenteils vom Tourismus oder von der Fischerei. In Canoa gibt es so viele verschiedene Restaurants, dass wir jeden Tag ein neues ausprobieren könnten, würde der Peixe grellhado com legumes im Lazy Days nicht so lecker schmecken. Abends läuft hier nicht die mega Party, aber immerhin geht was ab. Die brasilianischen Hippies versuchen in der Hauptstrasse, dem Broadway, ihr “Kunsthandwerk” zu verkaufen. Die Touristen geniessen die feinen Menüs in den verschiedensten Restaurants, welche am Broadway liegen. Da uns unsere Kitetage und die starke Sonne körperlich einiges abverlangen, gehen wir abends meistens was essen und dann früh schlafen. Durchschnittlich wird von 9.30PM bis 6.30AM gepennt.

Die Pousada Colibri ist für Kiter sehr empfehlenswert. Wir geniessen hier alle Vorzüge des Gastgebers Davide und Familie. Jeden Morgen wird uns frisches Brot, herrliche, brasilianische Früchte und frischer Fruchtsaft aufgetischt. An den brasilianischen Käse und Schinken mussten wir uns allerdings zuerst etwas gewöhnen. Davide, der selbst auch ein angefressener Kiter ist, fährt uns täglich für ein kleines Entgelt zum Spot, wo jeder von uns so gut er kann während durchschnittlich 3 Stunden seinen Spass im kühlen Nass ausleben kann.

Möglicherweise wäre es vernünftiger, länger als 3 Stunden pro Tag zu Kiten, da uns ansonsten zuviel Zeit zum Geniessen der verschiedensten Drinks wie Capeta, Caipirina oder Pina Colada bleibt… Unsere Wohlstandsbüuche wachsen ;-)

Samstag 10. September 2005
Halbzeit

Heute ist die erste Ferienhalbzeit durch :) /:(

Die Ebbe ist heute um ca. 14.00 Uhr, also haben wir heute morgen Zeit, den Tagesbericht zu erfassen. Die Ebbe ist für unseren Homespot massgebend, da nur in diesem Gezeitenzustand das Wasser absolut flach ist. Allerdings wurde uns in den letzten 3 Tagen, trotz Einhaltung dieser Regel, ein dicker, roter Strich durch die Rechnung gemacht.

Der Wind spielt momentan verrückt. Tagsüber bläst er mit ca. 25 Knoten über den Beach und Nachts arbeitet er sich auf ca. 37 Knoten hoch. Zur Messung von solchen Windgeschwindigkeiten wird Schutzkleidung vorgeschrieben! In unserem Appartement benötigen wir bald eine Sandschaufel, um unsere Kleider aus dem vom Wind herbeigetragenen Sand zu bergen.

Sonntag 11. September 2005
Buggyfahren

Einmal mehr war heute Action angesagt.
Morgens sind wir mit Daniels Buggy über die Sanddünen von Canoa Quebrada gedüst. Leider wohl mit etwas zuviel Schwung, denn beim Flug über eine kleine Bodenwelle hats den Beifahrersitz ausgerissen und Simon wurde heftig durchgeschüttelt. :-) Wir hatten mächtig Spass und dabei beinahe unseren Kite-Termin verschlafen. Die Ebbe ist immer noch sehr Spät, weshalb wir erst nach 14 Uhr an unserem Spot eintrafen. An unserem Homespot haben wir heute eine Gruppe Norweger getroffen, denen es in Combuco zu viel Windstärken hatte (schmunzel). Eh ja, und sobald ich diesen Satz beendet habe, werden wir im Dorf beim Kubaner was feines Essen gehen und die hübschen Servierdüsen anlächeln.

Montag 12. September 2005
Kiten bei Sonnenaufgang

Um 4:30 morgens läuteten unsere Handys, um uns an unseren bevorstehenden Plan zu erinnern. Das Gefühl, aus dem Tiefschlaf gerissen zu werden, erinnerte uns stark an unseren Arbeitsalltag.

Von Arbeiten war heute allerdings nicht die Rede, obschon Davide das Kiten arbeiten nennen würde :)

So früh am Morgen erfüllten wir uns unseren lange gehegten Wunsch, und sind bei Sonnenaufgang Kiten gegangen. Die Atmosphäre war unbeschreiblich… Die Bilder sprechen für sich…
Auf der Rückfahrt mit dem Buggy, lieferten wir uns ein anstrengendes Match gegen die hiesigen Strandkrabben, welches wir allerdings 1:0 gewannen.
Am Nachmittag hatte es merklich weniger Wind. Mit unseren 16ern und einer Schranktüre als Board (Flydoor von Flysurfer), kamen wir knapp ins Gleiten.

Jetzt steht Pizza mit Davide und Family auf dem Programm. Brasilien ist schon sehr anstrengend ;-)

Dienstag 13. September 2005
Aracati

Heute Morgen unternahmen wir einen Ausflug nach Aracati, die nächst “grössere” Stadt in der Region. Es war irgendwie ganz lustig, die Leute beim Arbeiten zu beobachten. Nach gegrillten Hähnchen zum Mittagessen und einer ausgedehnten Siesta, war es wohl schon ziemlich nach 15 Uhr, als wir uns entschlossen noch zum Spot zu fahren. Da wir gestern nicht wirklich viel Windausbeute hatten, rechneten wir auch heute nicht min Spitzenbedingungen und packten unsere 16er Schirme wieder mit ein. Es reichte dann aber doch für 12er und 15er Sessions aus. Nur war es heute sehr choppy, was wohl mit den Gezeiten zu tun hat, denn die Ebbe ging heute nicht mehr so stark zurück wie vor einigen Tagen.

Mittwoch 14. September 2005
Parajuru

“Wuah”, schon wieder läutete der Wecker um 4.30 morgens. Dänu, Tinu und Simu machten sich bereit für einen “Dreitägeler” nach Parajuru, wollten aber vorher unbedingt nochmals das Sonnenaufgangs-Kiten wiederholen. Die Sonne begrüsste uns um ca. 5.20 Uhr in den Tag und der Wind reichte aus, um mit den 16ern und der Schranktüre gemütlich ins gleiten zu kommen. Nach dieser eher gemütlichen Angelegenheit, fuhren wir per Buggy zum Fluss, wo wir ein Wassertaxi für unseren Wagen erwarteten. Dort angekommen, war kein Wassertaxi anzutreffen. Selbst nach unzähligen, ohrenbetäubenden Pfiffen über den Fluss, regte sich auf der anderen Seite immer noch nichts. Simu opferte sich heldenhaft und überquerte schwimmend den grünen, trüben, salzigen Fluss und konnte dort das Taxi organisieren. Während diesem “Schwumm” wurde er mindestens 3 mal von Haifischen, 5 mal von Seeschlangen und 7 mal von Krokodilen gefressen :) . Kurz nach dieser abenteuerlichen Flussüberquerung, kamen wir in Parajuru an. Dort quartierten wir uns in der wunderschönen, mit einem riesigen, grünen Garten ausgestatteten, Pousada do Chalet ein. Anschliessend ging’s ab an den Beach. Die Gezeiten machten uns allerdings einen Strich durch die Rechnung, und so verzichteten wir aufs Kiten und entschieden uns, in einer schäbigen, von der Witterung angefallenen Strandhütte, haufenweise Crevetten zu verdrücken. Danach ging’s noch kurz ab zum Dorfmechaniker, um den Buggy zu reparieren. Der stotterte mehr als er fuhr. Die Reparatur hielt keine 5 Minuten.

Donnerstag 15. September 2005
Österreicher

Kurz nach 10.00 und einem ausgedehnten Frühstück in der Pousada, machen wir uns auf den Weg zum Spot von Parajuru. Die Flut machte das Wasser sehr unruhig, also warteten wir und vertrieben uns die Zeit mit einem Strandjogging. Danach rockten wir den Spot ab. Wieder war der 16er am Start. Etwas weiter innen in Meer, brachen sich die Wellen auf eine wunderbare Weise, so dass sie von uns abgefahren werden konnten. Der Spass war unvergesslich. Am Spot trafen wir eine Gruppe Österreicher, in deren Gesellschaft wir erneut Crevetten und Bier genossen. “Danke für die Unterhaltung und das Abschleppen zum Mechaniker, und macht es nicht all zu oft wie der Strauss und steckt den Kopf zu tief in den Sand” :)

Freitag 16. September 2005
Krabbenjagd

Irgendwie hatten wir das mit den Gezeiten nicht so ganz im Griff und am Beach waren zu viele lokale Fischer, und so entschieden wir uns, nach dem dritten Machanikerbesuch, Parajuru zu verlassen, und an unserem Homespot Kiten zu gehen. Die Flussüberquerung war diesmal unproblematisch. Am Homespot angekommen, war die Flut knapp vor ihrem Höchststand und die Wassermassen unberechenbar. Wir entschieden, in der nahe gelegenen Oase die Zeit totzuschlagen. Allerdings wurde uns auch durch diese Rechung ein dicker Strich gemacht, da uns die Flut die Rückfahrt über den Strand nicht erlaubte. Wir warteten fast 3 Stunden am Strand und verkürzten uns die Zeit mit Joggen, lesen und Krabben-Gladiator-Fights :) . Wir werden wohl nicht so schnell vergessen, wie wir unter Indianer-ähnlichem Kriegsgeschrei um die “Krabbenarena” tanzten, um die darin gefangenen Krabben in ein “Dreh-Flash” zu versetzen.
Am Abend haben wir in Canoa spontan vier weitere Schweizer getroffen, mit denen wir, das erstes Mal in unseren Ferien, bis morgens um 4 Uhr durchfeierten.

Samstag 17. September 2005
Martins Geburtstag

Mit einem, von den vielen Caipirinas, übersäuertem Magen, und verkaterten Kopf, waren wir nicht sonderlich traurig, dass der Wind heute erst gegen Mittag einsetze. Wir beschränkten das Kiten auf eine kurze Session in Canoa selbst. Der Spot ist nicht erwähnenswert. Nach 20 Minuten Wellenreiten, waren wir alle wieder zurück an Land.
Am Abend gab’s ein gemütliches Geburtstagsgrillen bei Davide.

Sonntag 18. September 2005
Low Tide

Gestern hatten wir Vollmond. So hat das Meer heuten morgen, bei Low Tide, seien Tiefststand von 0 M.ü.M. erreicht. Unser Spot war, weil hinter einer Sandbank gelegen, völlig wellenlos. Leider war der Wind etwas böig und mit unseren 12ern Schirmen waren wir nach und nach unterpowert. In der Oase haben wir uns bei Grill-Cheese und Kokossaft getröstet.

Montag 19. September 2005
Der perfekte Tag

Heute hatten wir seit 3 Wochen die besten Bedingungen. Der Wasserstand hat sein absolutes Tief erreicht und war spiegelglatt. Bei ca. 24 Knoten waren wir mit unseren Kites der Grössen 11qm und 12qm bestens gerüstet und fetzten 3 volle Stunden über unseren Homespot. Es wäre zu schön gewesen, an einem solch perfekten Tag ganz unter sich zu sein und nur mit den besten Kumpels das Wasser zu teilen, doch leider wurde dieser Traum durch 4 weitere Kiter gestört. Von der Sonne verbrannt bis hin zum halben Hitzeschlag, verliessen wir alle total erschöpft das Revier. Möglicherweise war dies der perfekteste aller Tage hier in Canoa Quebrada…

Dienstag 20. September 2005
Just Cruising

Der Wind schien heute anfänglich etwas zu schwächeln, doch unsere 16er und freuten sich über ihren seltenen Einsatz. Genau, wir gingen schon wieder Kiten, diesmal mit komplettem Sonnenschutz, einem Fass Wasser im Gepäck und einer zusätzlichen Tasse Bouillon im Magen.

Die Windstärke reichte aus, um mit dem kurzen Boards gut zu gleiten und ein paar fette Höhenflüge hinzuzaubern. Gegen 13.00 fing der Wind erneut an zu schwächeln, und so amüsierten sich Dani und Simu mit Cool-Rider-Stunts in Classic-Waterski-Manie auf den “Fliegend Türen” von Flysurfer.
Immer noch gezeichnet vom Vortag, verkrochen wir uns nach einer erneuten 3 Stunden Session in unseren Hängematten.

Während einem kurzen Augenblick hatte Simu heute ein ganz spezielles Erlebnis auf dem Wasser. Er erinnerte sich nämlich daran, dass dieser traumhafte Zustand von Sonne, Wind und Kiten nur noch 3 Tage anhalten wird :( Dafür ist die Wind- und Sonnengarantie für die nächsten 3 Tage hundertprozentig :) .

Oh.. i ha mis Flugticket verlore…..

Mittwoch 21. September 2005
Michael from Combuco

Die Kitesession fiel heute ausnahmsweise etwas knapp aus, das der Wind einfach nicht so richtig Power entwickelte. Doch für ein paar gelungene Schnappschüsse reichte es allemal.

Viel unterhaltsamer war heute die folgende Geschichte:

Davide, unser Pousada Host, hatte vor 3 Tagen seinen Caprinha Co2 zum Verkauf ausgeschrieben. Durch einen Zufall fanden wir sein Inserat im Internet. Wir erinnerten uns, dass sich David einmal den Mund darüber zeriss, dass sich Ivano, ein typischer Italiener, einmal für ein Rendez-Vous mit einer hübschen Brasilianerin, unter der brütender Sonne neben dem Bankomat auf dem Dorfplatz, verabredet hatte.
Davide meinte: “Wie kann man sich nur neben einem Bankomaten verabreden?”,”zudem, wenn kein Schatten da ist, in welchem man sich vor der starken Nachmittagssonne schätzen kann.”

Auf sein Inserat meldeten wir uns als Michael from Cumbuco, und verabredeten uns zur Abwicklung des Geschäfts, genau neben diesem Bankomaten, um 4.00 Nachmittags :) Dort liessen wir ihn mit seinem Sohn Rafael während 20 Minuten warten, bevor wir ihn von den Qualen befreiten :) Selbstverständlich wurde das ganze auf Video festgehalten.

Am Abend besorgten wir uns im Nachbardorf Aracati, ein paar Aufkleber mit dem Kiteportal Logo.

Donnerstag 22. September 2005
ein weitere Tag am Beach

Simon nutze den heute etwas schwachen Wind, um während einer Fotosession sein Bestes zu geben.
Tinu der Fotograf, gesellte sich danach erneut zu ihm aufs Wasser. Heute wurde, trotz schwächelndem Wind, erneut 3 Stunden gekitet. Man weiss ja nie, wenn es das letzte Mal ist :( Aber das Leben ist ja noch lang.. :)

Freitag 23. September 2005
letzer Tag auf dem Wasser

Der Wind frischte heute leider nicht wie erhofft etwas auf, weshalb wieder nur easy crusing angesagt war. Trotzdem können wir auf windreiche Ferien zurückblicken, es gibt keinen Tag, an dem der Wind nicht zum Kiten gereicht hätte. Am Abend gab es dann bei Davide und seiner Familie das letzte BBQ. Daniel und Charly vom Kiteshop waren auch dabei.

Samstag 24. September 2005
Abschied von Brasilien

Der Abschied von Canoa war hart. Wir hätten keine Probleme damit gehabt, unsere Ferien um mehrere Monate zu verlängern.. Die Fahrt zum Flughafen sowie das Checkin lief reibungslos. Die Dame am Schalter machte erst noch Stress wegen unseren übergrossen Kitebags, was sie aber dann aufgab.

Sonntag 25. September 2005
wieder Daheim..

Fast pünktlich sind wir in Zürich gelandet. Der Kälteschock blieb zum Glück aus, in der Schweiz ist es Sonnig und immerhin fast 20° warm.

Adressen:

Adressen:
Name: Pousada Colibri
Inhaber: Davide Odifredi
Adresse: Canoa Quebrada
Phone: 00 55 85 9604-4953
E-Mail: pousadacolibri@hotmail.com
Web: Pousada Colibri

Name: Adrianos’ Apartamentos Mobilados
Inhaber: Adrian Weiss
Adresse: Rua Joaquim Alves 214, Fortaleza
Phone:
E-Mail: adriano@boavida.com
Web: Adrianos’ Apartamentos

Name: Canoa Kitesurfing School
Inhaber: Daniel Cramer
Adresse: Canoa Quebrada
Phone:
E-Mail: info@canoakiteschool.com
Web: Canoa Kitesurfing School

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